"Best Value" in der Leistungserstellung der britischen Lokalverwaltungen

Promberger, Kurt ; Bernhart, Josef ; Rauskala, Iris

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2010/2277/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: Zentrum für Verwaltungsmanagement an der Uni Innsbruck
Schriftenreihe: Working paper // Universität Innsbruck, Zentrum für Verwaltungsmanagement
Bandnummer: 11
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 15.11.2010
Originalveröffentlichung: http://www.verwaltungsmanagement.at/602/uploads/bestvalue.pdf (2004)
DDC-Sachgruppe: Öffentliche Verwaltung
BK - Basisklassifikation: 88.13 (Kommunalverwaltung), 88.60 (Politische Maßnahmen), 88.20 (Organisation staatlicher Einrichtungen, Management staatlicher Einrichtungen), 88.12 (Territorialverwaltung, Regionalverwaltung), 88.10 (Öffentliche Verwaltung: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.7 Verwaltungswissenschaften

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Verwaltungspolitik in den 80er und frühen 90er Jahren in Großbritannien war geprägt durch das Ziel, die Kosten der lokalen Verwaltungen zu reduzieren. Die damalige konservative Regierung setzte umfangreiche Reformen durch, die das System der lokalen Leistungserstellung wesentlich veränderten. Die wichtigste Reforminitiative dieser Zeit ist zweifellos die verpflichtende Leistungsausschreibung (Compulsory Competitive Tendering, CCT), die in mehreren Stufen zwischen 1980 und 1997 gesetzlich eingeführt wurde. Die Lokalverwaltungen wurden im Zuge von CCT gezwungen, fast alle lokalen Leistungsbereiche unter Wettbewerbsbedingungen auszuschreiben (Siehe Arbeitspapier No. 9). Die Labour-Regierung unter Tony Blair setzt neue Akzente in der lokalen Leistungserstellung. Es geht insgesamt um eine qualitative Verbesserung der Leistungspalette und um die Koppelung von Kosten und Nutzerbewertung. Politikfeldbezogene Lösungen rücken in den Vordergrund. Best Value ersetzt damit die unmittelbare und direkte Verpflichtung der Ausschreibung und den zentralen Parameter Preis zugunsten einer bereichsübergreifenden, koordinierten lokalen Leistungsplanung. Nach dem Best Value - Verfahren sind öffentliche Dienstleistungen regelmäßig in Bezug auf Organisation, Effizienz und Effektivität zu evaluieren, um daran anschließend die Vergabe an Externe ins Auge zu fassen, sofern von diesen im Vergleich zur Lokalverwaltung bessere Leistungen zu erwarten sind. In diesem Arbeitspapier werden in einem ersten Punkt die Inhalte von Best Value dargelegt und von seinem Vorgänger, der verpflichtenden Leistungsausschreibung, unterschieden. Kapitel 2 ist den Prozessen von Best Value gewidmet. Die Lokalverwaltungen müssen in einem 5-Jahres-Zyklus Aufgabenkritiken vornehmen, die sich über alle lokalen Leistungen erstrecken. Der Aufgabenkritikplan muss in jährliche Performance-Pläne heruntergebrochen werden und ist Gegenstand der Überprüfung durch die Audit Commission (Aufgabe der Audit Commission ist, administrative und politikfeldbezogene Leistungsvergleiche durchzuführen und Verbesserungsvorschläge zu bringen). Zusätzlich unterliegen einzelne Leistungsbereiche der Lokalverwaltungen regelmäßigen Inspektionen. Im dritten Kapitel wird die Leistungsmessung unter Best Value dargestellt. Großbritannien kennt bereits seit Mitte der 80er Jahre ein ausgefeiltes System von Indikatoren und Vergleichen und die Verwaltungen können diesbezüglich auf zwanzig Jahre Praxis zurückblicken. Da sich die Verwaltungspolitik der britischen Zentralregierung gegenüber der lokalen Ebene deutlich von der des Bundes in Österreich gegenüber den Gemeinden unterscheidet, erklärt sich auch die Einführung von auf nationaler Ebene festgelegter, flächendeckender Indikatoren. Inwieweit Best Value nachhaltige Akzente in der Verbesserung der lokalen Leistungserstellung setzten kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Aufgrund der Evaluierungen der Best Value Performance Indicators und der Best Value Aufgabenkritiken ordnet die Audit Commission zwei Drittel der britischen Lokalverwaltungen, die mehr als ein Mal seit Einführung der Initiative inspiziert worden sind, der "unterdurchschnittlichen" (etwa 50%) und "schlechten“ (etwa 15%) Performance zu (Audit Commission 2001, 30). Best Value Performance Pläne sind vor allem für Lokalverwaltungen hilfreich, die Probleme in ihrer Gesamtausrichtung und -strategie haben - 83% bewerten das Auditing als nützlich. Spezifische Best Value Inspektionen werden vor allem von jenen Verwaltungen als nützlich empfunden, die ohnehin gute Leistungen bringen (Audit Commission 2001, 38).


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