Globale Strukturen und deren Steuerung : Auswertung der Ergebnisse eines Förderprogramms der VolkswagenStiftung

Mayntz, Renate

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2008/376/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: MPIfG - Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
Schriftenreihe: Forschungsberichte aus dem MPIfG
Bandnummer: 2005,01
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 25.02.2008
SWD-Schlagwörter: Globalisierung , Wirtschaftslenkung , Politische Steuerung
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
BK - Basisklassifikation: 83.31 (Wirtschaftswachstum)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Das Vorhaben, über das hier zu berichten ist, geht auf eine Anregung des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (MPIfG) im Frühjahr 2003 zurück, die von der VolkswagenStiftung aufgegriffen und als Projekt finanziell gefördert wurde. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass in den Projekten des damals schon einige Zeit laufenden Förderschwerpunkts „Globale Strukturen und ihre Steuerung“ viele Einzelaspekte dieses Themas behandelt werden, dass sich daraus jedoch nicht ohne weiteres erkennen lässt, was sich auf einer höheren Abstraktionsebene, gewissermaßen in der Zusammenschau der Einzelergebnisse, über die sich entwickelnden globalen Strukturen und ihre Steuerung sagen lässt. Dass die an einem breit angelegten Förderprogramm beteiligten Forscher selbst das Bedürfnis haben, ihre eigenen Ergebnisse in einen größeren theoretischen Zusammenhang einzufügen, wurde sehr deutlich in den Diskussionen des von der Stiftung im Rahmen der Evangelischen Akademie in Loccum veranstalteten Kolloquiums, bei dem Anfang 2004 Ergebnisse aus dem Schwerpunkt präsentiert wurden. Eine Zusammenschau – oder Synthese – von Einzelergebnissen ist etwas anderes als eine deskriptive Zusammenfassung dessen, was in einem Förderschwerpunkt tatsächlich untersucht wurde. Es geht vielmehr darum, die Projektergebnisse aus der Perspektive einiger übergreifender Fragen zu betrachten und zu sehen, was sie zu ihrer Beantwortung beitragen können. Nachdem das MPIfG mit der VolkswagenStiftung vereinbart hatte, den Versuch einer solchen Zusammenschau zu unternehmen, hat zunächst Fabian Pfeffer, ein Mitarbeiter des MPIfG, die bei der Stiftung in Hannover liegenden Ergebnis-Unterlagen (Zwischen- und Abschlussberichte, mitgeschickte Publikationen) gesichtet und auch die dort nicht vorliegenden, aber in den Abschlussberichten erwähnten Publikationen aufgelistet. Das Ergebnis dieser Recherche hat Herr Pfeffer im Juni 2003 in Form einer 134 Projekte umfassenden Dokumentation vorgelegt; ein Teil dieser Projekte war allerdings erst vor kurzem angelaufen und hatte noch keine Ergebnisse produziert. Bis Ende 2003 wurden weitere 28 bewilligte Projekte erfasst. Von den insgesamt rund 160 bewilligten Anträgen standen Ende 2003 rund 120 abgeschlossene Projekte als Materialbasis für das Synthesevorhaben zur Verfügung. Obwohl die Ausschreibung der VolkswagenStiftung für das Förderprogramm ausdrücklich interdisziplinär orientiert war, ist die Verteilung der bewilligten Projekte auf verschiedene Disziplinen sehr ungleich. Von den 142 bewilligten Anträgen, die Herr Pfeffer im Herbst 2003 auf CD ROM erfasst und dokumentiert hat, gehörten 66 nach der Kategorisierung durch die Stiftung zu den SozialwissenschafRenate Mayntz Einleitung und Zusammenfassung 10 ten, 41 zu den Wirtschaftswissenschaften und 16 zu den Rechtswissenschaften; 11 weitere, meist interdisziplinäre Projekte waren als „kombinierte Geistes- /Gesellschaftswissenschaften“ gekennzeichnet. Drei Projekte gehörten zur Geschichtswissenschaft, und je ein einzelnes Projekt fand sich in den Kategorien Erziehungswissenschaft, Geographie, Philosophie und Naturwissenschaft. Im Herbst 2003 gewann Renate Mayntz als Koordinatorin des Synthese-Vorhabens drei Kollegen für die Re-Analyse der sozialwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Projektergebnisse: Susanne Lütz, Philipp Genschel und Armin von Bogdandy. Im Dezember 2003 fand die erste gemeinsame Sitzung statt, auf der die Auswertungsfragen diskutiert und praktische Fragen des Materialzugangs geregelt wurden. Die Listen mit auswertbaren Projekten (das heißt es liegt zumindest ein Abschlussbericht vor), die Herr Pfeffer anschließend für die drei Bearbeiter zusammenstellte, umfassten 36 sozialwissenschaftliche, 26 wirtschaftswissenschaftliche und 16 rechtswissenschaftliche Projekte. Unabhängig von ihrer formalen Zuordnung zu einer Disziplin sollten jeweils alle ihrem Titel nach relevanten Projekte in die Analyse einbezogen werden. Projekte, die nichts zur Beantwortung der die Analyse leitenden Fragen beitrugen, wurden unberücksichtigt gelassen. Frau Lütz hat dementsprechend am Ende 31 geförderte Projekte ausgewertet; da aus einem einzelnen Projekt, nicht zuletzt wenn es sich um ein Konferenzprojekt handelt, oft eine größere Zahl von Einzelbeiträgen hervorgeht, umfasste die thematisch einschlägige Materialbasis von Frau Lütz 73 Einzelbeiträge. Herr Genschel konnte 35 Projekte auswerten; seine Analyse stützt sich auf 44 Einzelbeiträge. Herr von Bogdandy, dem 16 auswertbare Projekte zur Verfügung standen, verwertete 30 Einzelbeiträge in seiner Analyse. Die Leitfragen für die Ergebnissynthese bezogen sich auf die folgenden Punkte: 1. Wie sehen die neuen transnationalen Strukturen in den verschiedenen Globalisierungsdimensionen (unter anderem Wirtschaft, Transport, Information und Kommunikation, Verbrechen) aus? Was treibt ihre Entwicklung an, was ist ihre räumliche Struktur? 2. Welche Probleme erzeugen diese neuen Strukturen? Sind es Probleme, die von den bestehenden nationalen Instanzen nicht (mehr) bewältigt werden können? 3. Auf welche Probleme wird im Rahmen der so genannten Global Governance reagiert, mit welchen Instrumenten und mit welchem Erfolg? Wieweit verfolgen die supra-, inter- und transnationalen Regelungsinstitutionen partikulare Interessen, wieweit die Lösung kollektiver Probleme? Wird im zweiten Fall nur auf globalisierungsbedingte Probleme reagiert? Wird auf bestimmte globalisierungsbedingte Probleme nicht reagiert? Diese – erkennbar aus sozialwissenschaftlicher Perspektive formulierten – Fragen zielen darauf ab, einen Gesamteindruck davon zu gewinnen, was sich heute auf der Ebene oberhalb von nationalstaatlich verfassten Gesellschaften entwickelt, was die hervorstechenden Strukturmerkmale und Dynamiken der neuen „globalen Welt“ sind. Sie knüpfen damit an die vereinzelten und theoretisch höchst heterogenen Versuche an, die „Weltgesellschaft“ oder world polity theoretisch ähnlich in den Griff zu bekommen, wie es den versammelten Sozialwissenschaften (im weitesten Sinne) mit der nationalstaatlich verfassten Gesellschaft gelungen ist.


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