Möglichkeiten der Förderung von Friedensallianzen in Konfliktregionen durch externe Basisorganisationen. Bericht über ein Aktionsforschungsprojekt in Kroatien

Müller, Barbara

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2008/644/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: IFGK - Institut für Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktaustragung
Schriftenreihe: IFGK-Arbeitspapier
Bandnummer: 17
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 20.08.2008
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.76 (Friedensforschung, Konfliktforschung)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Förderung friedensorientierter Kräfte vor Ort und ihre externe Unterstützung wird zunehmend als wichtiges Element von Konfliktbearbeitung wahrgenommen und konzeptionell ausgearbeitet. Wie funktioniert die Förderung von Friedensallianzen? Inwiefern bietet das Konzept der Peace Constituencies (Friedensallianzen) von John Paul Lederach den externen Unterstützern eine strategische Orientierung beim Aufspüren der tatsächlichen oder potenziellen Träger von Friedensallianzen? Dieser Frage ist das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung in den Jahren 1999 und 2000 mit einem Aktionsforschungsprojekt in Split und in der Region Knin, Republik Kroatien nachgegangen. Das Hauptaugenmerk des Forschungsprojektes lag auf den Möglichkeiten, die Basisorganisationen haben, wenn sie mit dem Konzept von Friedensallianzen arbeiten wollen. Vornehmlich an einer Diskussion mit PraktikerInnen interessiert, führte das IFGK drei Workshops durch: Im Juni 1999 mit einem kleinen Kreis von lokal aktiven Graswurzel-AktivistInnen aus Dalmatien und ihren Basis-Partnerorganisationen aus dem Ausland. Seine Ergebnisse wurden verglichen mit denen eines zweiten Workshops mit Akteuren der Friedensarbeit in Deutschland im Januar 2000. Als zweiter Workshop in Kroatien fand ein Treffen von mehr als 50 VertreterInnen verschiedener kroatischer und ausländischer Institutionen, Organisationen und Gruppen statt, die mit der Problematik der Flüchtlingsrückkehr und der Entwicklung der durch den Krieg besonders betroffenen Region um Knin, Krajina, befasst waren. Die Ergebnisse wurden durch Feedbackrunden und nachträgliche Befragungen eingeholt. Während des Projektes entwickelte sich so ein Instrumentarium von: Workshop mit Konzepttransfer Evaluation Bewertung der aktuellen Konfliktsituation Planung themenbezogener Workshop Evaluation -Bewertung der aktuellen Konfliktsituation. Die Ergebnisse des Projektes sind auf drei Ebenen angesiedelt: Konzeptionell, praktisch und akteursbezogen. Interne und externe NGOs auf der Basisebene können das Konzept nutzen zum Aufbau von strategischen Netzwerken, sie können sich ihrer eigenen Rolle vergewissern und bewusster gezielt Beziehungen entwickeln und aufbauen. Praktische Ergebnisse wurden durch das Organisieren eines Akteurstreffens zu einem in der Region relevanten Thema erzielt. Es wurden thematisch orientierte Workshops als Einstieg in die Beziehungsbildung von Akteuren und eine Prozedur zur gezielten externen Begleitung und internen Entwicklung einer Friedensallianz entwickelt. In diesem Prozess nahmen interne und externe Basisorganisationen die folgenden spezifischen Rollen ein: Interne Basisorganisationen fungierten als Experten für den Konflikt und seine Akteure, externe Basisorganisationen dienten als Brückenbildner, Initiator, Klammer zu anderen Ebenen und Gestalter von Begegnungsräumen. Als wichtigste Ergebnisse aus dem gesamten Forschungsprozess können die folgenden Thesen zur Förderung von Friedensallianzen von außen und unten festgehalten werden: 1. „Horizontale und vertikale Integration“ sind Schlüsselelemente von Friedensallianzen. 2. Friedensallianzen entwickeln sich aus Zivilgesellschaften. 3. Friedensallianzen sind konkret. 4. Externer Impuls - interne Führung - äußere Unterstützung. Friedensallianzen können von außen gefördert werden, aber sie brauchen eine Verankerung im Inland. 5. Friedensallianzen sind Prozesse von Beziehungs-, Netzwerkbildung und Aktionsfähigkeit rund um zentrale Konfliktthemen. 6. Friedensallianzen entstehen zwischen gesellschaftlich sehr unterschiedlichen Beteiligten. Um die Ansprache aller Ebenen sicherzustellen, kann es notwendig sein, dass sich mehrere externe Förderer zusammenfinden und zu diesem Zweck strategisch zusammenarbeiten.


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