NEPAD und Direktinvestitionen aus dem Ausland : Symmetrien und Widersprüche

NEPAD and Foreign Direct Investments (FDI) : Symmetries and contradictions

Tandon, Yash

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1123/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Schriftenreihe: Manuskripte // RLS, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Bandnummer: 40
ISBN: 3-320-02937-1
Sprache: Mehrsprachig
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 01.04.2009
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.72 (Internationale Organisationen), 89.93 (Nord-Süd-Verhältnis)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Vorwort Neoliberale Rezepte oder der Weg des Volkes Dies scheinbar kleine Studie von Yash Tandon hat es in sich. Sie unterzieht sachlich und präzise eines der wichtigsten entwicklungspolitischen Dokumente unserer Zeit, die NEAPD (die Neue Partnerschaft für Afrikanische Entwicklung), einer Analyse und deckt den Widerspruch zwischen den “hehren Zielen”, so Yash Tandon, und den neoliberalen Mitteln zur Erreichung dieser Ziele auf – wieder einmal sei der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert. Die Wege der Regierenden seien nicht die des Volkes. Yash Tandon ist einer der bemerkenswertesten afrikanischen Ökonomen und Intellektuellen. Aus Uganda gebürtig, hat er an der London School of Economics studiert und unter anderem in Kampala, Dar es Salaam, Nairobi und auch an der London School of Economics gelehrt. Er kämpfte gegen das Regime von Idi Amin, war nach dessen Sturz kurz in der Regierung und musste nach einem neuen Militärputsch wieder ins Exil, erst nach Kenia, dann nach Simbabwe. Seit 1982 hat er mit landwirtschaftlichen Kooperativen, Gewerkschaften, Bauernverbänden und Organisationen von Behinderten gearbeitet. Er hat breit zu den Fragen der Nord-Süd-Beziehungen, der Menschenrechte, von Frieden und Konfliktprävention, zu Demokratie und nachhaltiger Entwicklung publiziert. Das Ziel der Studie ist es, die zentrale Behauptung von NEPAD argumentativ zu demontieren, die These, dass der Schlüssel zur weiteren Entwicklung Afrikas darin läge, den Kontinent fit zu machen für ausländische Investitionen. Hauptziel der Reformen müsse es sei, so NEPAD, ein jährliches Ressourcendefizit von 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (rd. 64 Mrd. Dollar) vornehmlich durch Kapitalimport zu decken. Yash Tandon vermag es, diese Behauptung als einen Mythos zu entziffern, als ein Mythos, gegen den historische und aktuelle Erfahrungen (er nennt unter anderem Argentinien, Indien und Südafrika), reale Interessen, Macht- und Eigentumsverhältnisse, die innere Situation in den afrikanischen Ländern und die Logik einer globalisierten Ökonomie sprächen. Er legt dar, dass die Ressourcenakkumulation eines Landes von vielen Faktoren abhängig ist und Afrika real vor allem unter der Kapitalflucht leide, die durch eine neoliberale Strategie nur verstärkt werden würde. Die verordnete Medizin würde die Krankheit nur noch verschlimmern. Afrika sei schon heute mehr als die USA in den Weltmarkt integriert, aber zu Bedingungen, die nicht Kapitalimport, sondern Kapitalexport, nicht nachhaltige soziale Entwicklung, sondern Auflösung und Zerstörung der wichtigsten sozialen Systeme nach sich ziehen. NEPAD, so Yash Tandon, nähme die internationalen Bedingungen als unveränderbar und würde die alleinige Verantwortung auf die afrikanischen Länder verlegen, die eine Anpassung und weitere Unterordnung unter die vom Norden beherrschten globalen Märkte vornehmen müssten. Diese Strategie basiere auf dem Neoliberalismus und stelle “die ‚Integration’ in die globalisierten Wirtschaft auf der Grundlage der Liberalisierung der Märkte und der freien Mobilität von Kapital ins Zentrum des Entwicklungsparadigmas”. Yash Tandon fragt: “Kann die weitere Integration Afrikas in ein asymmetrisches, globalisiertes und von einigen wenigen Ländern kontrolliertes System wirklich die Grundlage bilden für die Renaissance Afrikas?” Yash Tandons Studie ist deshalb von Bedeutung, weil sie in überzeugender Weise NEPAD als eine Strategie zu interpretieren vermag, bei der Ziele und Mittel im krassen Gegensatz zueinander stehen, wo sich unter der Verkündigung einer Renaissance Afrikas eine neue Ausplünderung des Kontinents und Zerstörung der wichtigsten Lebensgrundlagen seiner Völker sich vollziehen wird. Er entwickelt Ausgangspunkte für Wege des Volkes, Wege, die dort beginnen, wo festgestellt wird, dass Menschen Grundgüter brauchen, um frei und selbstbestimmt leben zu können. Wasser, Nahrung, Wohnung, Bildung und Verkehr dürften nicht den Launen des Profits unterworfen werden, da dies zur “Zerrüttung der Menschenrechte des Volkes” führe. Genau an diesem Punkt berührt sich Yash Tandons Kritik neoliberaler Strategien für Afrika mit der Kritik an kapitalistischer Globalisierung überhaupt und an ihren Ausprägungen in den Ländern der Metropolen.


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