Der Beitrag des Zivilen Friedensdienstes zur zivilen Konfliktbearbeitung in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo

Klotz, Sabine

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1193/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: DSF - Deutsche Stiftung Friedensforschung
Schriftenreihe: Forschung // DSF / Deutsche Stiftung Friedensforschung
Bandnummer: 2008,13
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 06.04.2009
Originalveröffentlichung: http://www.bundesstiftung-friedensforschung.de/pdf-docs/berichtklotz.pdf (2008)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.71 (Internationale Zusammenarbeit: Allgemeines), 89.76 (Friedensforschung, Konfliktforschung)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Vom 1.7.2003 bis 30.6.2005 wurde an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FESt) in Heidelberg das Forschungsprojekt „Der Beitrag des Zivilen Friedensdienstes zur zivilen Konfliktbearbeitung in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo“1 durchgeführt und von der Deutschen Stiftung Friedensforschung finanziert. Anhand zweier Einsatzgebiete wurde mit dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) ein Ansatz der zivilen Konfliktintervention in der Phase der Friedenskonsolidierung analysiert. Seit 1998 ist der ZFD ein Gemeinschaftswerk des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie deutscher Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Das Forschungsprojekt widmete sich folgenden Fragen: . Mit welchen Mitteln versuchen ZFD-Projekte ihre Ziele zu erreichen? . An welche Zielgruppen richten sich die jeweiligen Projekte? . Worin besteht das spezifische Profil dieses neuen Instruments der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Unterschied zu Ansätzen anderer Akteure? . Welche positiven und negativen Wirkungen hat der Zivile Friedensdienst? . In welcher Weise fördert er die Friedenspotentiale der Zivilgesellschaft in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo? .Hat der Zivile Friedensdienst sein Ziel, die Verhinderung oder Verminderung von organisierter politisch motivierter Gewalt im Einsatzgebiet, erreicht? Zusätzlich wurden sämtliche im Untersuchungszeitraum 2002 bis 2005 durchgeführten ZFD-Projekte in Bosnien-Herzegowina und Kosovo auf folgende Fragen hin untersucht: . Sind die Projekte langfristig mit dem Ziel angelegt, sie in einheimische Trägerschaft zu überführen und damit die Eigenverantwortung der Einheimischen (local ownership) zu fördern? . Werden Kontakte zwischen Angehörigen (vormals) verfeindeter Gruppen ermöglicht? . Findet eine Koordination mit anderen vor Ort tätigen auswärtigen und einheimischen Gruppen statt? . Werden gemeinsame Interessen und Bedürfnisse der Einheimischen angesprochen, die unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Gruppe sind? . Werden Zielgruppen und Partnerorganisationen ausgewählt, die für das Ziel der Friedensförderung relevant sind? . Werden Genderaspekte berücksichtigt? Aus den Ergebnissen der Untersuchung wurden folgende Empfehlungen abgeleitet: . Damit ZFD-Projekte eine größere Wirkung entfalten können, müsste deren Anzahl in den beiden Gebieten erhöht werden. Es sollte erwogen werden, den ZFD in weniger Einsatzgebieten zu konzentrieren und die Projekte mit jeweils mehr Personal durchzuführen. . Das Spektrum der Zielgruppen von ZFD-Projekten sollte um Männer sowie um vormalige oder aktuelle Gewaltakteure erweitert werden. . Im Kosovo müssen zusätzlich zu den bereits adressierten Konfliktlinien zwischen Serben und Kosovoalbanern auch die Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen von Kosovoalbanern sowie zwischen Kosovoalbanern einerseits und den drei ethnischen Gruppen Roma, Ashkali und Ägyptern anderseits gezielt in die Aktivitäten des ZFD einbezogen werden. . ZFD-Projekte sollten mit Schritten zur Förderung von Einkommen schaffenden Maßnahmen und der beruflichen Bildung kombiniert werden. Generell sollten bei der Konzeption von ZFD-Projekten folgende Punkte berücksichtigt werden: . Dem ZFD zugrunde liegende Begriffe sollten der Bevölkerung in den Einsatzländern besser nahe gebracht werden. . Genderaspekte sollten intensiver beachtet werden, um eine Diskriminierung von Mädchen zu vermeiden. . Spätestens zu Beginn von ZFD-Projekten muss eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden, die den Bedarf und die Interessen der örtlichen Bevölkerung analysiert und eine Übersicht der bereits vor Ort tätigen Akteure enthält. . Die Ziele von ZFD-Projekten sollten klar formuliert und ihre Umsetzung messbar sein. Um der Bezeichnung „Ziviler Friedensdienst“ gerecht zu werden, muss jegliche Aktivität der Friedensfachkräfte auf das Ziel der zivilen Konfliktbearbeitung zwischen möglichst allen relevanten Akteuren ausgerichtet sein.

Kurzfassung auf Englisch:

From July 1st, 2003 until June 30th, 2005, the political scientist and educationist Sabine Klotz was in charge of the research project entitled „The impact of the Civil Peace Service on the Peaceful Settlement of Conflicts in Bosnia and Herzegovina and Kosovo“. It was realized at the Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FESt) Heidelberg and funded by the German Foundation for Peace Research (Deutsche Stiftung Friedensforschung). The Civil Peace Service (Ziviler Friedensdienst, ZFD) is a new instrument within the development policy that was introduced in Germany after the new national German coalition government consisting of the Social Democratic Party and the Green Party/Bündnis 90 came into power in autumn 1998. The Civil Peace Service is realized in cooperation between the German government’s Federal Ministry for Economic Cooperation and Development on the one hand and German non-governmental organizations (NGOs) that are active within the field of the peaceful settlement of conflicts within crisis areas, on the other hand. The research project answered the following questions: . By which means do the projects of the Civil Peace Service try to reach their aims? . Which target groups do the projects have? . What is the specific profile of this new instrument within the development policy compared to measures that are carried out by other actors? . What are the positive and negative impacts of the Civil Peace Service? . In which way does the Civil Peace Service support the potentials for peace within the civil society in Bosnia and Herzegovina and in Kosovo? . Did the Civil Peace Service reach its main objective to prevent or to minimize politically motivated violence? All projects that existed within the investigation period were examined by the following questions: . Is it planned that the project should last for a longer time and that it should be handed over to local institutions or to local NGOs (local ownership)? . Does the project offer the possibility of contacts between members of (former) enemy groups? . Does it cooperate with other international and local groups that are active in the same region? . Does it address interests and needs that are independent of the affiliation to a certain ethnic or religious group? . Does it select target groups and partner organizations that are relevant for the intention to promote peace? . Does it take gender aspects into consideration? The results led to the following recommendations: . To increase the chance of sustainable effects, the number of projects within the field of civil peace service should be raised. The projects could be centred in a smaller number of countries and then get more staff. . Men and former or active soldiers or fighters should be addressed. . In Kosovo it is important that all conflicts between as well as within all ethnic groups should be included in the activities of the Civil Peace Service. . The projects of the Civil Peace Service should be combined with income generating measures and with vocational training. . The concepts the Civil Peace Service activists are using should be better explained to their local counterparts. . Gender aspects should be integrated into all projects in order to avoid the discrimination of girls. . At the beginning or better already before the start of projects a critical assessment should be conducted to find out which kind of needs the local population and the partner organizations have and which organizations already work in the area. . The aims of the projects should be clearly formulated and be focused on the promotion of peace.


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