Gar nicht so anders : Eine vergleichende Analyse der Generationenbeziehungen bei Migranten und Einheimischen in der zweiten Lebenshälfte

Baykara-Krumme, Helen

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1504/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Schriftenreihe: Discussion papers // Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte und Gesellschaftliche Integration / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt IV: Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie
Bandnummer: 2007, 604
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 14.07.2009
Originalveröffentlichung: http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2007/iv07-604.pdf (2007)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.42 (Staat und Bürger), 89.49 (Innere Beziehungen des Staates: Sonstiges)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Diese Studie untersucht erstmals in Deutschland auf repräsentativer Datenbasis, wie sich die Beziehungen der älteren Eltern zu ihren erwachsenen Kindern zwischen der einheimischen und der Migrantenbevölkerung unterscheiden. Mit der zunehmenden Zahl älterer Ausländer(inn)en bekommt das Phänomen des „Altern in der Migration“ größere Aufmerksamkeit. Das Hauptinteresse liegt hier auf der Familienkohäsion und den Unterstützungspotenzialen in Migrantenfamilien, zu denen bisher gegensätzliche Annahmen entweder von einem größeren Zusammenhalt oder häufigeren intergenerationalen (Kultur-)Konflikten im Vergleich zu Einheimischen existieren. Die Analysen stützen sich auf Daten des Deutschen Alterssurveys 2002 und des Sozioökonomische Panels 2001. Neben einem deskriptiv-vergleichenden Überblick dienen multivariate logistische Regressionsanalysen der Bestimmung der Determinanten von Generationenbeziehungen. Untersucht werden die Wohnsituation, die Kontakthäufigkeit und emotionale Nähe, das Ausmaß potentieller und tatsächlich erfolgter Unterstützung und intergenerationaler Probleme. Die Ergebnisse stützen weder die Kohäsions- noch die Konfliktthese. Intergenerationale Probleme sind in allen Gruppen selten, und die Mehrheit aller Beziehungen ist von großer emotionaler Verbundenheit und häufigem Kontakt gekennzeichnet. Allerdings leben Migrant(inn)en häufiger als Einheimische mit einem erwachsenen Kind im selben Haus. Ähnlich wie bei der größeren emotionalen Nähe zu den eigenen Eltern handelt es sich bei diesen Differenzen um migrantengruppenspezifische Besonderheiten, die unabhängig von anderen Faktoren bestehen. Unterschiede finden sich bei der intergenerationalen Unterstützung. Der seltenere Hilfeaustausch mit Eltern ist bei Migranten durch die größere Wohnentfernung erklärbar (transnationale Beziehung). Im Gegensatz zu Einheimischen befinden sich Migranten finanziell in der doppelten Geberrolle an Kinder und Eltern, ohne selbst nennenswerte Unterstützung zu erhalten (Nettozahlergeneration). Allerdings unterstützen sie ihre eigenen Kinder finanziell seltener als Einheimische. Die materielle Lage, nicht kulturelle Unterschiede, ist hier ausschlaggebend. Die Generationenbeziehungen in Migrantenfamilien sind denen der Einheimischen ähnlicher als allgemein angenommen. Krisendiagnosen verkennen das Ausmaß an Verbundenheit und Solidarität, allerdings ist das Unterstützungspotential auch kaum größer als bei Einheimischen. Die Bedeutung kultureller Unterschiede wird gemeinhin überschätzt.


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