Das "Kommentariat" : Rolle und Status einer Öffentlichkeitselite

Pfetsch, Barbara ; Eilders, Christiane ; Neidhardt, Friedhelm

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1511/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Schriftenreihe: Veröffentlichungsreihe der Arbeitsgruppe Politische Öffentlichkeit und Mobilisierung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung
Bandnummer: 2004,402
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 14.07.2009
Originalveröffentlichung: http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2004/iv04-402.pdf (2004)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.56 (Politische Kommunikation), 89.30 (Politische Systeme: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Im Mittelpunkt des WZB-Papers stehen die „Meinungsmacher“ der überregionalen Qualitätszeitungen in der Bundesrepublik. Die Kommentare dieser „Leitmedien“ wer-den im politischen System intensiv wahrgenommen. Die Themenpräferenzen und Mei-nungen der Kommentatoren dienen als Hinweise auf allgemeine Stimmungen in der Bevölkerung und auf die Durchsetzbarkeit konkreter Entscheidungen. Auch in öffent-lichkeitstheoretischer Perspektive stellen Kommentatoren einen besonders herausgeho-benen „Sprecher“-Typus dar. Im Gegensatz zu anderen Sprechern, die um Medienauf-merksamkeit konkurrieren, besitzen Kommentatoren ein entscheidendes Privileg: sie produzieren nicht nur Themen und Meinungen; sie können selber dafür sorgen, dass ihre Äußerungen tatsächlich öffentlich werden. Angesichts der öffentlichkeitstheoreti-schen und politischen Bedeutung der Kommentatoren überrascht, dass das „Kommenta-riat“ in der bisherigen Forschung eine merkwürdig unbeschriebene Größe geblieben ist. Auf der Basis einer schriftlichen Befragung und persönlicher Gespräche mit Kommen-tatoren der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Rundschau, der Welt und der tageszeitung gibt diese Studie einen Einblick in die wich-tigsten Charakteristika dieser Sprechergruppe. Wer sind also die Meinungsmacher der deutschen Qualitätspresse? Wie viele Journalisten umfasst diese Öffentlichkeitselite und welche sozio-kulturellen Profile kennzeichnen sie? Wie sehen die Zugangschancen aus? Handelt es sich um einen vergleichsweise offenen Kreis von Journalisten, die von Zeit zu Zeit kommentieren, oder um eine abgeschlossene Gruppe von Vordenkern der Nati-on, die dauerhaft und fast ausschließlich mit der Meinungsproduktion betraut ist? Was sind die Kriterien für den Zugang zu dieser Öffentlichkeitselite und wie unterscheiden sich die Zeitungen in Hinblick auf die Zugangschancen? Und führt die Auswahl der Kommentatoren zu Themenspezialisierungen oder Meinungsoligopolen innerhalb und möglicherweise auch zwischen den Zeitungen?

Kurzfassung auf Englisch:

The WZB-paper focuses on the “opinion makers” of the national quality newspapers in Germany. The press commentaries are closely observed by the political system. The issues and opinions brought up in the opinion section serve as indicators for the general sentiment of the public and the popularity of certain policies. From a theoretical point of view, commentators are regarded as a very special type of actor in the public sphere. In contrast to other actors in public communication who have to compete for media atten-tion, they enjoy a significant privilege: Not only do they produce messages for public debate, they also decide which messages are eventually publicized. Considering their public and political influence it is rather surprising that neither sociology nor communi-cation research has investigated this group of communicators. This paper presents re-sults of a survey and in-depths-interviews with commentators of the Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Welt and tageszeitung and thus provides an insight into the characteristics of this group. Who are the “opinion makers” in the leading national quality newspapers? How many journalists belong to this elite of actors in the public sphere and what are their socio-cultural profiles? To what degree and how is access to the opinion section restricted? Do commentators form a closed circle of national masterminds permanently producing opinions or do they rep-resent a rather open group of journalists who among other articles also write commen-taries from time to time? What are the recruitment criteria for commentators and in which ways do the national broadsheets under study differ in terms of access gain? And finally: Does the selection of commentators lead to issue specialization or even opinion monopolies within and across the newspapers?


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