Unternehmen organisieren im gesellschaftlichen Umfeld : deutsche und französische Erfahrungen zwischen 1890 und 1914

Hartmann, Heinrich

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1549/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Schriftenreihe: Veröffentlichung der Arbeitsgruppe "Zivilgesellschaft Historisch-Sozialwissenschaftliche Perspektiven" des Forschungsschwerpunkts Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung
Bandnummer: 2004, 505
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 15.07.2009
Originalveröffentlichung: http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2004/iv04-505.pdf (2004)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.49 (Innere Beziehungen des Staates: Sonstiges), 89.40 (Innere Beziehungen des Staates: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Das in der wissenschaftlichen Diskussion bislang mangelhaft berücksichtigte Wechselverhältnis von Wirtschaft und Zivilgesellschaft steht im Mittelpunkt dieses Beitrages. Vor dem Hintergrund einer interaktionslogischen Auseinandersetzung mit zivilgesellschaftlichen Handlungsnormen und – praktiken wird dabei nach deren Einfluss auf das soziale Handlungsfeld des Unternehmens gesucht. Als Hintergrund dienen dabei mikrohistorische Untersuchungen der Geschichte verschiedener Unternehmen in Deutschland und Frankreich im Zeitraum zwischen 1890 und 1914. Mit Hilfe eines idealtypischen Kataloges konstitutiver Elemente der Zivilgesellschaft werden zwei Untersuchungsmerkmale zivilgesellschaftlicher Handlungen herausgegriffen: die Fähigkeit zur Selbstorganisation einerseits, und der Rekurs auf eine kritische Öffentlichkeit andererseits. Diese Werte werden in einem gewissen Maße von den Akteuren im Unternehmen integriert; dabei unterliegen sie allerdings einer Funktionalisierung nach der Interessenlage dieser Akteure. Ein solcher instrumentalisierter Rückgriff auf zivile Werte entfremdet diese allerdings von ihrem ursprünglichen Charakter. Selbstorganisation war für viele Unternehmer, gerade in lokalen Kontexten, ein wichtiges Argument für Ansiedlung und Produktionsaufnahme. Die kritische Öffentlichkeit wurde dagegen immer wieder von verschiedenen Akteuren als relevante Handlungsressource gesucht.

Kurzfassung auf Englisch:

Scholarship on civil society has long neglected the relationship between civic structures and the economic sphere. This paper seeks to address this oversight by exploring the norms and practices of civil society and their effects on companies as sites of social interaction. It will adopt a micro-historical perspective by looking at a selection of French and German companies between 1890 and 1914. It will draw on a number of ideal-typical characteristics of civil society, with a particular focus on two: the capacity for self-organization, and appeals to a critical public. Actors within companies integrate and display these norms of civil society to a great degree. But these norms can also be instrumentalized according to the particular interests of actors within a company, in the process losing their original meaning. For the enterprises under examination, the opportunity for self-organization, especially on a local level, was a crucial argument behind the founding of production plants. At the same time, different actors within companies increasingly sought a critical public that could serve to bolster and legitimate the actors negotiating power.


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