Zivilgesellschaft und Protest : Zur Geschichte der Umweltbewegung in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1980 am Beispiel Bayerns

Hasenöhrl, Ute

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1555/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Schriftenreihe: Veröffentlichung der Arbeitsgruppe "Zivilgesellschaft Historisch-Sozialwissenschaftliche Perspektiven" des Forschungsschwerpunkts Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung
Bandnummer: 2003, 506
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 16.07.2009
Originalveröffentlichung: http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2003/iv03-506.pdf (2003)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 71.11 (Gesellschaft), 43.30 (Umweltpolitik), 89.99 (Politologie: Sonstiges)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Das Diskussionspapier stellt ein derzeit im Rahmen der Arbeitsgruppe ‚Zivilgesellschaft: Historisch-sozialwissenschaftliche Perspektiven’ laufendes Dissertationsprojekt zur Geschichte der Umweltbewegung in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1980 am Beispiel Bayerns vor. Untersucht wird, unter welchen Gegebenheiten Umweltfragen zu zentralen gesellschaftlich-politischen Anliegen wurden. Im Mittelpunkt steht die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Etablierung von Themen in der öffentlichen Diskussion und bei deren politischer Umsetzung. Bereichs- und Handlungslogik des Konzepts der Zivilgesellschaft sollen dabei am Beispiel des Konfliktlösungsverhaltens der Naturschutz- und Umweltbewegung kontextualisiert und problematisiert werden. Vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher und -politischer Veränderungen werden dafür zentrale Konfliktfelder (Wasser(kraft), Atomkraft, Tourismus) und Akteure (Bund Naturschutz in Bayern, Touristenverein Die Naturfreunde, Deutscher Alpenverein, Bürgerinitiativen) untersucht. Methodisch wird das Konzept der Zivilgesellschaft mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen zur Erklärung kollektiven Handelns verbunden. Umwelt als gesellschaftlich-politisches Problem wird als Konstrukt aufgefasst, das erst dann mobilisierende Kräfte entfalten kann, wenn neben Zerstörungen die Wahrnehmung tritt, dass ein Problem einen nicht mehr hinzunehmenden Zustand erreicht hat. Die steigende Relevanz des Umweltthemas sowie der Wandel der primären Trägergruppen des Natur- und Umweltschutzes von eher konservativen zu alternativ-linken Kreisen beruht daher neben Veränderungen der politischen Gelegenheitsstruktur auf dem gesellschaftlichen Wertewandel in der öffentlichen Meinung und bei den Eliten. Die Beschäftigung mit Umweltthemen erreichte dabei zwar Anfang der 1970er Jahre einen Höhepunkt, doch wird gezeigt, dass auch der Naturschutz der 1950er Jahre in Einzelfällen ein hohes Mobilisierungspotential entfaltete, vor allem bei Konflikten um den Bau von Wasserkraftwerken.

Kurzfassung auf Englisch:

This discussion paper presents an outline of a doctorial thesis on the environmental movement in West Germany from 1945 to 1980, currently in progress within the working group on ‚Civil Society: Historical and social scientific perspectives’. Based on a case study of Bavaria the project investigates the circumstances in which environmental questions became social and political concerns. Of special interest is the role of civil society organisations in establishing environmental topics as matters of public discussion, and their role in implementing environmental public policy. Focusing on problem solution strategies of conservation and environmental movements different aspects of civil society such as specific modes of interaction and civil society as a social sphere are being taken into consideration and put into context. To do this, the main conflict issues (water power, nuclear power, tourism) and actors (‘Bund Naturschutz in Bayern’, ‘Touristenverein Die Naturfreunde’, ‘Deutscher Alpenverein’, civil action groups) are analysed. The concept of civil society is combined with other social science approaches to collective action. Environment destructions must be perceived as unacceptable for it to become a significant socio-political problem. The increasing relevance of the environment, as well as changes in the main groups fighting the cause from conservatives to alternative leftists, can be linked to both changes in the political opportunity structure and to shifts in social values among the general public and elites. Environmental concern and protest reached a highpoint in the early 1970s. However, it is shown that the conservation movement was able, in a few cases, to mobilize large groups of people in the 1950s, especially on the issue of building water power plants.


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