Divide et impera - Totalitärer Staat und humanitäre Hilfe in Nordkorea

Schloms, Michael

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/1936/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Schriftenreihe: Discussion papers // Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Beim Präsidenten, Arbeitsgruppe Internationale Politik
Bandnummer: 2000, 304
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 13.10.2009
Originalveröffentlichung: http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2000/p00-304.pdf (2000)
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.36 (Autoritäre Systeme), 89.76 (Friedensforschung, Konfliktforschung), 89.71 (Internationale Zusammenarbeit: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Können humanitäre Organisationen ihren Auftrag, unparteilich und neutral Hilfe zu leisten, in dem totalitären Handlungsumfeld Nordkoreas erfüllen? Die empirische Analyse der Arbeitsbedingungen von Hilfsorganisationen, die in Nordkorea Lebensmittelhilfe im weitesten Sinne leisten, führt zu dem Ergebnis, dass die Hilfe die Bedürftigsten nicht erreicht. Wesentliche Ursache dafür ist die schwache Verhandlungsposition der Hilfsorganisationen, die durch deren fehlende Koordinierung zusätzlich geschwächt wird. Folglich fällt es dem nordkoreanischen Staat leicht, die Hilfe nicht nach humanitären Prinzipien sondern gemäß seiner Logik totalitärer Staatsführung zu verteilen. Die Hilfsorganisationen, die in Nordkorea tätig sind, müssen zwangsläufig eine Gratwanderung zwischen Kompromiss und Kompromittierung vollbringen. Richtige oder falsche Entscheidungen gibt es in diesen Fällen nicht. Allerdings zeigt der Beitrag, daß die humanitären Hilfsorganisationen bei ihrer Tätigkeit immer auch den politischen Kontext zur Kenntnis nehmen müssen, auch wenn der politische Auftrag als solcher apolitisch ist.

Kurzfassung auf Englisch:

Can humanitarian organisations deliver impartially humanitarian aid to a totalitarian state like North Korea? The empirical analysis of the working conditions of humanitarian organisations involved in the distribution of food aid in North Korea reveals that they do not reach the people in greatest need. Humanitarian organizations can hardly impose their principles in negotiations with the North Korean authorities. Their position is further weakened by the lack of co-ordination among themselves. Consequently, the North Korean state can easily enforce the distribution of international food aid according to the logic of its totalitarian leadership, thus diregarding basic humanitarian principles. Inevitably, those humanitarian relief organizations which are active in North Korea have to walk the tight rope between compromise and instrumentalization. In neither case a decision exists which would be ultimately right or wrong. However, this article concludes that relief organizations always have to take the political context into account when making decisions about their relief work notwithstanding the fact that humanitarian assistance per se is apolitical.


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