Von der Pflicht zur Freiwilligkeit. Möglichkeiten und Grenzen der Kompensation des Zivildienstes durch Freiwilligendienste

Jax, Claudio

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/868/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Schriftenreihe: Manuskripte // RLS, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Bandnummer: 60
ISBN: 3-320-02908-8
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 15.03.2009
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.42 (Staat und Bürger), 89.82 (Militärpersonal)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Vorwort Von der Pflicht zur Freiwilligkeit. Der Titel dieses Buches drückt aus, welcher Weg möglich ist. Und dieser wird in der Praxis bereits zunehmend beschritten, indem Freiwillige dort zum Einsatz kommen, wo vormals Zivildienstleistende tätig waren. Damit ist ein Ergebnis dieser Untersuchung bereits vorweggenommen. Auf den folgenden Seiten wird eingehend erörtert, welche Entwicklung vom Zivildienst hin zu Freiwilligendiensten voraussichtlich möglich ist und wo die hier zu erwartenden Grenzen liegen. Das Interesse an Freiwilligendiensten hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Gleichzeitig haben sich die Freiwilligendienste, von ihrem quantitativen Umfang her, zunehmend aus ihren Nischendasein herausentwickelt und sind in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten. Dabei ist auch eine Diskussion darüber aufgekommen, ob Freiwilligendienste eine Alternative zum Zivildienst darstellen können. Dieser Frage einmal ausführlich auf den Grund zu gehen ist die Intention, die zur Entstehung dieser Arbeit geführt hat. Mit den Vereinbarungen der Großen Koalition ist die Beibehaltung der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes zumindest zunächst gesichert. Entsprechend ruhig ist es zuletzt um das Thema Abschaffung oder Aussetzung der Dienstpflicht geworden. Die Frage des Fortbestandes des Zivildienstes wird jedoch, auch wenn es vordergründig zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht danach aussehen mag, eher früher als später wieder auf der politischen Tagesordnung erscheinen. Nicht zuletzt die Entwicklungen im Zivildienst in den letzten Jahren legen diesen Schluss nahe. Die folgenden Seiten sind das Ergebnis meiner Diplomarbeit, die im Jahr 2005 an der Universität Potsdam entstanden ist. Für diese Veröffentlichung wurden sie noch einmal überarbeitet und aktualisiert. In das Werk eingeflossen sind, neben den Erkenntnissen bereits bestehender Arbeiten zum Zivildienst, den Freiwilligendiensten und anderen für die Untersuchung relevanten Quellen ebenso meine eigenen Einblicke auf dem Gebiet der Freiwilligendienste, die Anregungen und die Unterstützung vieler. Ihnen allen, die die Entstehung der Arbeit, in der vorliegenden Form, erst möglich gemacht haben, gebührt ein besonderer Dank. Des Weiteren bleibt noch, den Leserinnen und Lesern eine hoffentlich anregende und aufschlussreiche Lektüre zu wünschen. Karlsruhe, im Mai 2006 Einführung Die Wehrpflicht und mit ihr der Zivildienst ist ein Auslaufmodell. Zu dieser Überzeugung gelangen mehr und mehr politische Akteure (vgl. z.B. Fischer/Gräf 2006, 200), so dass es Vielen inzwischen nur noch als eine Frage der Zeit erscheint, bis dieses Modell sein politisches Ende findet. Doch was kann und soll auf den staatlich verordneten Pflichtdienst folgen? Die Frage nach den Konversionsmöglichkeiten, insbesondere des Zivildienstes, stellt sich umso drängender, je konkreter die Pläne zur Abschaffung der Dienstpflicht werden. Alternativen sind gefragt und werden diskutiert. Sie reichen von der Umwandlung der Zivildienststellen in Arbeitsplätze über die Einführung eines neuen Pflichtdienstes zu Lasten junger Menschen bis hin zum ehrenamtlichen Engagement und Freiwilligendiensten. Gerade die Freiwilligendienste erscheinen vielen Akteuren als eine Art Königsweg, verbinden sie doch dieser Sichtweise zufolge geradezu vorbildlich die positiven Elemente des Zivildienstes mit einem Grundprinzip einer libertären Gesellschaft: der Freiwilligkeit. Was können Freiwilligendienste als Alternative zum Zivildienst also leisten und wo liegen die Grenzen dieser Option? Die vorliegende Arbeit geht dieser Frage auf den Grund, indem sie eine Bestimmung des Potentials vornimmt, das Freiwilligendienste junger Menschen in Alternative zum Zivildienst haben und leistet dadurch einen in dieser Form bislang ausstehenden Beitrag zur Konversionsdebatte. Die Analyse des Kompensationspotentials der freiwilligen Dienste setzt dabei beim Zivildienst an und setzt die Freiwilligendienste mit den ihnen eigenen Ansprüchen daneben. Wo finden sich Analogien und wo Widersprüche? Welche Einsatzfelder eignen sich zum Einsatz von Freiwilligen und wo ist dies nicht der Fall? Die Liste der Fragen ließe sich fortsetzen und bietet doch bereits einen Ausblick auf die folgenden Seiten. Bei der Bestimmung des Konversionspotentials der Freiwilligendienste werden im Folgenden außerdem mit der Einsatzstellensicht sowie der Sicht der potentiellen Freiwilligen zwei Perspektiven zugrunde gelegt, die jeweils spezifische Zugänge zur Thematik berücksichtigen. Bevor aber mit der Klärung der genannten Fragen, sprich der Analyse und Erörterung der Möglichkeiten und Grenzen der Kompensation des Zivildienstes durch Freiwilligendienste, begonnen wird, scheint es geboten, zunächst auf die mit dem Untersuchungsgegenstand verbundenen Grundlagen und Hintergründe einzugehen. zum Autor Claudio Jax – Jg. 1979. 1999 und 2000 Ersatzdienst zum Zivildienst als Anderer Dienst im Ausland in Kreisau/Polen; von 2000 bis 2005 Studium der Verwaltungswissenschaften an der Universität Potsdam; verschiedene ehrenamtliche Aktivitäten im Bereich Freiwilligendienst; 2003 – 2005 Studienstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung; seit Ende 2005 Tätigkeit als Koordinator für internationale Freiwilligendienste bei der Vereinigung Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. Veröffentlichung: Dobslaw, Anka/Fischer, Jörn/Jax, Claudio (2004): Freiwilligendienste in Deutschland. Freiwilliges Soziales Jahr. Freiwilliges Ökologisches Jahr. Freiburg i.Br. Kontakt: claudiojax@web.de Inhalt Abkürzungsverzeichnis Vorwort Einführung I. Grundlagen und Hintergründe 1. Zivildienst und Freiwilligendienste 1.1 Was sind Freiwilligendienste? 1.2 Entwicklung und aktueller Zustand der Freiwilligendienste 1.3 Zivildienst: Entwicklung und aktueller Zustand 1.4 Forschungsstand 1.4.1 Forschungsstand zu Freiwilligendiensten 1.4.2 Forschungsstand zum Zivildienst und die Rolle von Freiwilligendiensten in der Konversionsdebatte 2. Zukunftsmodelle und Ausbauvorschläge 2.1 Bericht der Kommission »Impulse für die Zivilgesellschaft« 2.2 Manifest für Freiwilligendienste 2.3 Angebot der Bundesarbeitskreise FSJ und FÖJ 3. Untersuchungsdesign 3.1 Untersuchungshypothese 3.2 Methodisches Vorgehen II. Zum Kompensationspotential aus Einsatzstellensicht 4. Von Einsatzstellen geäußertes Interesse am Freiwilligendienst 5. Einsatzbereiche und Tätigkeiten von Zivildienstleistenden 5.1 Tätigkeitsgruppe 01: Pflegehilfe und Betreuungsdienste 5.1.1 Behindertenhilfe 5.1.2 Altenhilfe 5.1.3 Krankenhaus 5.1.4 Kinder- und Jugendhilfe 5.1.5 Zivildienst im Sport 5.2 Tätigkeitsgruppe 02: Handwerkliche Tätigkeiten 5.3 Tätigkeitsgruppe 03: Gärtnerische und landwirtschaftliche Tätigkeiten 5.4 Tätigkeitsgruppe 04: Kaufmännische und Verwaltungstätigkeiten 5.5 Tätigkeitsgruppe 05: Versorgungstätigkeiten 5.6 Tätigkeitsgruppe 06: Tätigkeiten im Umweltschutz 5.7 Tätigkeitsgruppe 07: Kraftfahrdienste 5.8 Tätigkeitsgruppe 08: Tätigkeiten im Krankentransport und Rettungswesen 5.9 Tätigkeitsgruppe 11: Mobile Soziale Hilfsdienste 5.10 Tätigkeitsgruppen 19 und 45: Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung und Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung von Kindern 5.11 Surrogatsdienste 6. Einsatzbereiche und Tätigkeiten von Freiwilligen im FSJ und FÖJ 6.1 Freiwilliges Soziales Jahr im sozialen Bereich 6.1.1 Behindertenhilfe 6.1.2 Altenhilfe 6.1.3 Krankenhaus 6.1.4 Kinder- und Jugendhilfe 6.1.5 Sonstige Einsatzbereiche 6.2 Freiwilliges Ökologisches Jahr 6.3 FSJ im kulturellen Bereich 6.4 FSJ im Sport 6.5 Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege 7. Eignung des FSJ und FÖJ als Zivildienstalternative 7.1 Zivildienstnahe Tätigkeitsgruppen 7.2 Zivildienstferne Tätigkeitsgruppen 8. Bedürfnisse von und Anforderungen an Einsatzstellen 8.1 Bedürfnisse und Anforderungen der Einsatzstellen 8.2 Anforderungen an Einsatzstellen im Freiwilligendienst III. Zum TeilnehmerInnenpotential von Freiwilligendiensten 9. Interesse Jugendlicher an Freiwilligendiensten 9.1 Bewerber/innenzahlen 9.2 Geäußertes Interesse an einem Freiwilligendienst 9.2.1 Ergebnisse der Shell-Jugendstudie 9.2.2 Ergebnisse der Caritas-Studie 10. Wer absolviert Freiwilligendienste? 10.1 Soziodemographische Merkmale von Freiwilligen 10.2 Bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligendienst 10.3 Wertetypen Jugendlicher und Verortung von FSJ/FÖJ- Freiwilligen 11. Motive für einen Freiwilligendienst 11.1 Gründe für einen Freiwilligendienst 11.2 Motive von FSJ- und FÖJ-Freiwilligen 12. Demographische Entwicklung und daraus resultierendes Potential IV. Finanzierung 13. Kosten von Zivildienst und Freiwilligendiensten 13.1 Was kostet der Zivildienst? 13.2 Was kosten Freiwilligendienste? 14. Finanzierungsmodelle 14.1 Option 1: Förderung nach Status quo 14.2 Option 2: Förderung in Anlehnung an den Zivildienst 15. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Tabellenverzeichnis


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