Islamische Bedrohung?

Ruf, Werner

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2009/901/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Schriftenreihe: Standpunkte
Bandnummer: 2007,08
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 16.03.2009
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.76 (Friedensforschung, Konfliktforschung), 89.58 (Politische Gewalt), 89.53 (Politische Kultur)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst! Luk. 6, 41-42. Die gefühlte Bedrohung Mit dem Ende des Kalten Krieges, mit der Implosion der Sowjetunion und der Auflösung der Warschauer Vertragsorganisation kam dem Westen der Kommunismus als einigendes Feindbild abhanden. Ein neues Feindbild wurde benötigt, das zeitgleich mit dem 2. Golfkrieg medial aufgebaut und als neues Erklärungsmuster weltweiter Konflikthaftigkeit propagiert wurde. Dies brauchte einige Zeit, aber nun scheint es so weit zu sein, dass die deutsche Bevölkerung mehrheitlich davon überzeugt ist, dass der ‚Kampf der Kulturen’ auch hierzulande Einzug gehalten hat. Laut einer Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie, die von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Auftrag gegeben wurde, sind 56% der Befragten davon überzeugt, dass der Islam uns bedroht. Vor zwei Jahren waren es noch 46%. Daten vor dem 11. September 2001 liegen leider nicht vor. Der gleichen Umfrage zufolge glauben 58% der Deutschen, dass es hierzulande zu Spannungen mit der muslimischen Bevölkerung kommen wird – 2006 waren es noch 44%, 2002 30%. „Der Islam ist von Fanatismus geprägt“ sagen 83% (2004: 75%), “der Islam ist rückwärtsgewandt“ 62% (2004: 49%), „der Islam ist intolerant“ meinen 72% (2004: 66%), und er ist „undemokratisch“: 60% gegenüber 52% im Jahre 2004. Diese Ergebnisse verwundern nicht, blickt man auf eine Studie, die jüngst an der Universität Erfurt erstellt wurde:3 31 Beiträge der 133 Magazin- und Talksendungen der Jahre 2005 und 2006 behandelten den Islam im Zusammenhang mit Terrorismus/Extremismus, 22 bezogen sich auf internationale Konflikte, 21 auf Integrationsprobleme. Bezogen auf die Gesamtheit der Beiträge waren 81% negativ konnotiert. Auch wenn es sicherlich falsch wäre, den Medien die Alleinschuld für die oben angegeben Umfrageergebnisse anzulasten, so dürften sie doch eine erhebliche Rolle spielen beim Zustandekommen der Sichtweisen der Bevölkerung.


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