Integration von Migranten : Intentionen, Programme, Perspektiven.

Schmahl, Ludwig

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2010/2070/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Schriftenreihe: Berichte // Fachhochschule des Bundes für Öffentliche Verwaltung
Bandnummer: 34
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 21.10.2010
Originalveröffentlichung: http://www.fhbund.de/nn_15672/SharedDocs/Publikationen/50__Veroeffentlichungen/Berichte/band__34,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/band_34.pdf (2007)
DDC-Sachgruppe: Öffentliche Verwaltung
BK - Basisklassifikation: 71.63 (Minderheitenproblem), 88.10 (Öffentliche Verwaltung: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.7 Verwaltungswissenschaften

Kurzfassung auf Deutsch:

Integration von Migranten ist eines der aktuellsten Fragen unseres Staatswesens für Politik, Verwaltung und Kirchen. In der Bundesrepublik leben zur Zeit über 7 Millionen Ausländer. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist das ein Prozentsatz von 9 %. Sicher ist es verfehlt, Deutschland als ein klassisches Einwanderungs-land zu charakterisieren. Faktisch hat jedoch seit 1955 eine Einwande-rung stattgefunden durch eine Anwerbung von Arbeitskräften, den so-genannten Gastarbeitern. Millionen von Asylbewerbern haben in Deutschland Zuflucht gesucht und gefunden. In unseren Städten haben sich Gettos von Ausländern gebildet, welche nach eigenen Regeln gelebt haben. Konflikte waren damit vorgege-ben. Eine nach dem Grundgesetz geprägte Gesellschaft hat jedoch die Auf-gabe, Ausländer in ihren gesellschaftlichen Bereich einzugliedern. Si-cher sollte nicht vergessen werden, das der Begriff „Ausländer“ aus dem Wort „Elender“ entwickelt worden ist. Das waren Menschen, welche wegen der ihnen fehlenden Heimat im Unglück leben mussten. Was bedeutet Integration? Gemeint ist die Eingliederung der Zugewanderten (Migranten) in un-sere Gesellschaft. Integration hat das Ziel, Zuwanderern eine gleichbe-rechtigte Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen.1 Dabei werden zwei Voraussetzungen vorrangig zu be-achten sein: 1. Ist unsere Gesellschaft offen für Migranten und deren Lebens-weise? 2. Sind die Migranten bereit, sich für unsere Gesellschaft zu inte-ressieren und deren staatliche Ordnung zu akzeptieren? Sicher ist damit nicht gemeint, dass die Migranten ihre Identität auf-geben müssen. Das gleiche gilt für die in Deutschland beheimateten Mitbürger. Von großer Bedeutung ist, das die verschiedenen Volks-gruppen in unserem Land bereit sind, miteinander zu kommunizieren. Keinesfalls kann und darf es bedeuten, eigene kulturelle Werte aufge-ben zu müssen. Eine Werteorientierung nach den Regeln unseres Grundgesetzes ist allerdings unverzichtbar. Diese stellt die wesentlichen Grundrechte wie die freier Entfaltung der Persönlichkeit, der Meinungsäußerung und der Religionsfreiheit jedem zur Verfügung. Kennenlernen und Achtung von kulturellen Werten setzt aber zu-nächst voraus, dass die Bewohner eines Landes ihre eigene Werteord-nung kennen oder kennen lernen und gegenüber anderen Kulturen of-fen sind. Es ergibt sich daraus die Folge einer Bereicherung unseres Gemeinwesens durch andere Kulturen und Werteordnungen. Zum zweiten Mal ist in Berlin im Mai dieses Jahres die Deutsche Is-lamkonferenz zusammengetreten. Ziel der Begegnung ist eine bessere religions- und gesellschaftspolitische Integration der bis zu 3,4 Milli-onen Muslimen in Deutschland. Umstritten ist derzeit vor allem die Stellung des neu gegründeten Koordinierungsrats der Muslime (KRM), zu dem sich vier große islamische Dachverbände in Deutsch-land zusammengeschlossen haben.2 Trotz noch erheblicher Differen-zen und Klärungsbedarf in vielen Streitfragen sehen die Teilnehmer deutliche Fortschritte im Dialog zwischen Staat und Muslimen.3 Die soziale Integration von Zuwanderern ist Gegenstand des parallel laufenden Integrationsgipfels der Kanzleramtsministerin Maria Böh-mer, welche eine Abstimmung konkreter Integrationsprogramme zum Inhalt hat.4 Das Schwergewicht der Integration liegt bei den Ländern. Zuletzt ha-ben sich die Integrationsminister der Länder im April dieses Jahres getroffen, um sich über einen Integrationsplan zu einigen, der im Juli 2007 verabschiedet werden soll. In diesem Band soll zu der Frage der Migration Stellung genommen werden, zu den Intentionen, Programmen und Perspektiven. Die Facetten der Integration sind vielfältig. Das gleiche gilt für die Programme. Es soll für den Leser jedoch nur ein Überblick geschaffen werden. Es werden Beiträge veröffentlicht über Migration aus der Sicht der Politik, die Integrationsinitiativen im Bereich der Europäischen Uni-on, Programme für Integration der Bundesrepublik sowie eines Lan-des und der Caritas Köln. Es folgt ein Bericht über die Integrationsta-gung der Caritas Deutschland in Berlin sowie ein Ländervergleich von Integrationsmaßnahmen in der Europäischen Union. Ergänzend wer-den Kulturstandards des Islam vorgestellt. Letztlich ist ein Bericht des Herausgebers über einen sozialen Brenn-punkt in Köln angefügt. Dieser soll das Umfeld und die Initiativen als Beispiel von Ansätzen einer Integration verdeutlichen. Das Thema wird in diesem Band nicht in der vollen Breite behandelt werden können. Ziel dieser Schrift es aber, vor allem den Studieren-den der Fachhochschule des Bundes einen Überblick über Intentionen, Programme und Perspektiven anzubieten. Die Verwaltungspraxis wird mit den Problemen der Integration von Migranten noch lange befasst sein.


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