Warum ein Abschied von der „neuen deutschen Alterssicherungspolitik“ notwendig ist

Why a farewell to the „new German pension policy“ is necessary

Schmähl, Winfried

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2011/3253/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: ZeS - Zentrum für Sozialpolitik
Schriftenreihe: ZeS-Arbeitspapier // Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen
Bandnummer: 2011, 1
ISBN: 1436-7203
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 03.10.2011
Originalveröffentlichung: http://www.zes.uni-bremen.de/ccm/research/dateien/datei_warum-ein-abschied-von-der-neuen-deutschen-alterssicherungspolitik-notwendig-ist-pdf.de (2011)
SWD-Schlagwörter: Altersversorgung , Politik , Alter , Einkommen , Armut , Rentenversicherung
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 71.80 (Sozialpolitik: Allgemeines), 89.50 (Politische Prozesse: Allgemeines)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Deutsch:

Anfang dieses Jahrhunderts wurden - angesichts sich ändernder demographischer und öko-nomischer Bedingungen - als „alternativlos“ bezeichnete politische Entscheidungen getrof-fen, die die deutsche Alterssicherungslandschaft grundlegend verändern sollen und tiefgrei-fende Folgen für die Einkommenslage im Alter wie auch für das System der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) haben werden – sofern der eingeschlagene Weg weiter beschrit-ten wird. In diesem Beitrag wird zuerst die „neue deutsche Alterssicherungspolitik“ hin-sichtlich ihrer zentralen Elemente und Ziele charakterisiert, bevor auf wichtige sozial- und verteilungspolitische Wirkungen der Maßnahmen eingegangen wird. Die Darstellung kon-zentriert sich auf - die steigende Höhe und veränderte Verteilung der Belastung für Altersvorsorge; - die Einkommenslage im Alter und insbesondere Altersarmut; - die steigende Ungleichverteilung der Alterseinkommen; - das Konzept der GRV, deren politische Legitimation und Akzeptanz in der Be-völkerung und die mögliche Folge einer grundlegende Systemtransformation der GRV. Abschließend werden Elemente einer alternativen Strategie skizziert, um die in diesem Bei-trag aufgezeigten negative Effekte zu vermeiden. Diese Strategie orientiert sich an der Zielvorstellung, dass in der GRV eine Rente mit Lohnersatzfunktion finanziert werden soll-te, die bei längerem Vollzeiterwerb zu einem deutlich über die steuerfinanzierte bedarfs- oder bedürftigkeitsgeprüfte (armutsvermeidende) Mindestsicherung hinausreichenden Leis-tungsniveau führt und zugleich eine Teilhabe der Rentner an der wirtschaftlichen Entwick-lung auch während der Rentenlaufzeit realisiert, basierend auf einer engen Beziehung zwi-schen dem Vorsorgebeitrag und der Rentenleistung. Die unstrittig wichtigen Elemente der betrieblichen und privaten Alterssicherung sollten allerdings die GRV ergänzen und nicht – wie jetzt beschlossen – (zumindest partiell) ersetzen. Erfolgt dieses Umsteuern in der Politik nicht, so dürfte die GRV zu einer stark umverteilenden staatlichen „Basissicherung“ wer-den. Das entspräche auch Vorstellungen u.a. der Weltbank und vieler Ökonomen und ähnel-te dem System, das Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland geschaffen wurde.

Kurzfassung auf Englisch:

In the beginning of this century several political decisions in pension policy were taken - there was “no alternative”, as politicians and many economists declared pointing at chang-ing demographic and economic conditions. The new strategy will change the German pen-sion landscape fundamentally. In this paper central elements and objectives of the new strategy and important effects are outlined, namely - an increasing burden for old-age provision and a shift in the burden and risks - on income in old-age and in particular growing poverty - increasing income inequality - the concept and structure of the statutory pension insurance, its political legitimacy and the public acceptance as well as possible changes in the fundamental structure of the pension scheme. Finally some elements of an alternative strategy are outlined to avoid negative effects of the present political strategy as they are described in this paper. This alternative strategy is based on the objective to finance social insurance pensions that are substituting earnings and guarantee pensions above the means tested social assistance level for those who were for a long time integrated into the labour market on a full-time base. There should be a close link between contributions and pensions. And pensioners shall participate at economic de-velopment. Occupational and private provision for old-age is necessary, but should not sub-stitute but supplement public pensions - which now is intended. If no change in public pol-icy takes place, social pension insurance will become a highly redistributive scheme with a low level - as proposed by many economists as well as the World Bank. The result would be a public pension scheme much similar to the scheme that was first introduced in Ger-many in the late 19th century.


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