Neoliberalism without neoliberals : evidence from the rise of 401(k) retirement plans

McCarthy, Michael A.

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URL http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2015/5639/
Dokumentart: Bericht / Forschungsbericht / Abhandlung
Institut: MPIfG - Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
Schriftenreihe: MPIFG discussion paper
Bandnummer: 2014, 12
Sprache: Englisch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 09.03.2015
Originalveröffentlichung: http://www.mpifg.de/pu/mpifg_dp/dp14-12.pdf (2014)
SWD-Schlagwörter: USA , Neoliberalismus , Rente
DDC-Sachgruppe: Politik
BK - Basisklassifikation: 89.50 (Politische Prozesse: Allgemeines), 89.49 (Innere Beziehungen des Staates: Sonstiges), 89.42 (Staat und Bürger)
Sondersammelgebiete: 3.6 Politik und Friedensforschung

Kurzfassung auf Englisch:

This paper considers the rise of defined-contribution (DC) pensions – such as 401(k) plans – in order to contribute to the debate about neoliberalism. It challenges the generalizability of two common accounts: the weak state intervention thesis, which argues that neoliberal policy change is driven by state retreat and deregulation, and the state-managed transition thesis, which argues that neoliberal policies are both enacted and managed through new regulations. In contrast, this paper argues that the development of the employer-based pension system between 1970 and 1995 is an instance of "neoliberalism without neoliberals." A battery of regulations was passed between 1974 and the late 1980s that were intended to make the traditional system of definedbenefit (DB) pensioning more secure. However, this legislation triggered a business shift to 401(k)s. The legislation worked in such a counterintuitive way because of three factors related to changes in "the balance of class forces" in American society: (1) new laws increased costs for firms, with small businesses being hit the heaviest, (2) employment in the manufacturing sector, labor's traditional stronghold, declined as a share of total employment, and (3) because unions were unable or unwilling to unionize emergent sectors of the economy, new businesses in them were not compelled to negotiate DB plans. In such a context, growing regulatory costs pushed many firms to adopt DC pensions for their employees. The outcome was a major policy shift, considered by many to be a defining feature of the neoliberal era.

Kurzfassung auf Deutsch:

Als Beitrag zur Debatte um den Neoliberalismus befasst sich dieser Artikel mit dem Aufstieg der betrieblichen Altersversorgung auf Basis „garantierter Beiträge“ (defined contributions, DC) in den USA, wie etwa der 401(k)-Rentenpläne. Er stellt zwei weitverbreitete Auffassungen hinsichtlich ihrer Allgemeingültigkeit infrage: zum einen die These des schwachen, in seinen Interventionsfähigkeiten begrenzten Staates, die besagt, der Politikwechsel hin zum Neoliberalismus werde durch den Rückzug des Staates und die Deregulierung vorangetrieben, und zum anderen die des staatlich gelenkten Übergangs, die behauptet, neoliberale politische Maßnahmen würden durch neue Regelungen in Kraft gesetzt und gesteuert. Demgegenüber legt diese Studie dar, dass die Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge zwischen 1970 und 1995 als ein Fall von "Neoliberalismus ohne Neoliberale" bezeichnet werden kann. Von 1974 bis in die späten 1980er-Jahre wurde eine Vielzahl von Regelungen verabschiedet, um das traditionelle Altersversorgungssystem auf Basis "garantierter Leistungen" (defined benefits, DB) sicherer zu machen. Doch lösten diese Gesetze vielmehr eine Umorientierung der Unternehmen zu 401(k)-Rentenplänen aus. Drei Faktoren im Zusammenhang mit den Veränderungen des "Kräfteverhältnisses zwischen den Klassen" in der US-amerikanischen Gesellschaft führten dazu, dass sich die Gesetze völlig anders auswirkten als erwartet. Erstens verursachten neue Gesetze Kostensteigerungen in Unternehmen, wobei Kleinbetriebe am stärksten betroffen waren. Zweitens sank der Anteil der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe, einer traditionellen Arbeiterhochburg, an der Gesamtbeschäftigung. Und drittens konnten oder wollten die Gewerkschaften junge Wirtschaftssektoren nicht gewerkschaftlich organisieren; neue Unternehmen in diesen Bereichen waren nicht zur Aushandlung von Altersversorgungsplänen auf Basis garantierter Leistungen verpflichtet. In einem solchen Kontext wurden viele Betriebe durch die steigenden regelungsbedingten Kosten dazu gedrängt, für ihre Mitarbeiter eine Altersversorgung auf Basis garantierter Beiträge einzuführen. Die Folge war ein Politikwechsel von großer Tragweite, den viele als ein prägendes Merkmal der neoliberalen Ära ansehen.


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